Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall – AHaH

„lopecia areata“

Kreisrunder Haarausfall wird oft als sehr belastend und lebensverändernd erlebt.

Das erste Bemerken dass zu viele Haare ausfallen oder am Anfang abbrechen, die Erkenntnis es hört nicht auf, Angst, Unsicherheit was passiert mit mir, wie verstecken, zu welchem Arzt, der Gedanke an eine Krankheit und der weitere Verlust von Haaren bringt unsere Gefühlswelt durcheinander.

Oft kommt Scham dazu, da der Haarverlust optisch nicht schön ist.

Kreisrunder Haarausfall entsteht durch eine Autoimmunerkrankung, dass heißt eine überschießende Reaktion des Immunsystems gegen den eigenen Körper. Das Immunsystem bekämpft das körpereigene Gewebe, da es dieses als Fremdkörper fälschlicherweise identifiziert. Im Normalfall greift sich der Körper nicht selber an.

Bei dem Ausbruch von Autoimmunerkrankung spielt die eigene Genetik und die äußeren Einflüsse eine große Rolle. Die genauen Ursachen von Autoimmunerkrankungen sind nach heutigem Stand jedoch nicht bekannt, daher können sie nur symptomatisch behandelt werden. Bei kreisrunden Haarausfall zum Beispiel mit Kortison. Kreisrunder Haarausfall gehört mit zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen und es sind in Deutschland ca. 1-1,5 Mio. Menschen betroffen.

Bei Kreisrunden Haarausfall greift das Immunsystem die eigenen Haarwurzel an und blockiert somit Ihr Wachstum. Gelingt es in einem Zeitraum von 1-1,5 Jahren zum Beispiel durch eine Schwangerschaft das Immunsystem abzulenken, können sich die Haarwurzeln erholen und wieder Haare wachsen.

Vorsicht – die Autoimmunerkrankung ist somit nicht besiegt. Sobald der Betroffene wieder den krankmachenden äußeren Einflüssen ausgesetzt ist kann der Haarausfall wieder beginnen.

Interessant ist für mich die psychische Seite dieser Erkrankung. Welchen Einfluss hat die Psyche. Kann der Betroffene selber aktiv einwirken. Wie mit dem Haarverlust umgehen, leben ohne Scham und Lebenseinschränkung.

Was bewegt unseren Körper sich so aggressiv gegen sich selber zu richten?

Autoimmun bedeutet aggressiv gegen sich selbst, der Körper unsere Abwehr richtet sich gegen sich.

Autoimmunerkrankungen können in mehreren Bereichen des Körpers auftreten.

Es ist deshalb wichtig für sich selber „hinzuschauen“ was passiert mit mir, was können die äußeren Faktoren für das weitere Fortschreiten der Autoimmunerkrankung sein und was sind vielleicht meine eigenen inneren Überzeugungen, die das Fortschreiten negativ beeinflussen.

Wichtig ist es, die Krankheit aktiv in Angriff zu nehmen. In einer Gesellschaft, die von Schönheit und Perfektionismus geprägt ist gehört sehr viel Mut dazu, zu sich zu stehen und zu erkennen, dass es „nur“ Haare sind und kein lebenswichtiges Organ. Dass der Haarausfall sehr belastend und emotional schmerzhaft ist kann ich nur bestätigen. Es ist wichtig um die verlorenen Haare zu trauern und darüber zu reden und für sich selber einen Weg zu finden, wie man mit dem Haarverlust leben kann.

Es gibt viele Möglichkeiten auch mit einer Glatze egal ob Frau oder Mann ein normales Leben zu führen und sich hübsch zu fühlen.